Elternarbeit hat bei uns einen besonderen Stellenwert

Wir wünschen uns eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf der Grundlage von Vertrauen und Wertschätzung, um die Eltern bei ihrer Erziehungsaufgabe effektiv unterstützen zu können. Im gemeinsamen Bemühen um die beste Förderung für ihr Kind, legen wir Wert auf einen regelmäßigen Informationsaustausch mit den Eltern, da wir deren Erfahrungen mit ihrem Kind für unsere Arbeit nutzen möchten. Selbstverständlich informieren wir die Eltern über unsere Beobachtungen, die Besonderheiten ihres Kindes und seine Fortschritte. Alle Förder- und Therapieziele stimmen wir gemeinsam mit den Eltern ab. Damit auch wir uns weiterentwickeln können, freuen wir uns, wenn wir Anregungen sowie Mithilfe von den Eltern erhalten. Für eine Terminabsprache sind wir aus organisatorischen Gründen dankbar.

Um sich gegenseitig kennen zu lernen und auszutauschen haben die Eltern Gelegenheit, in unserer Einrichtung zu hospitieren. Wir laden die Eltern zu Elterngesprächen in unseren Kindergarten ein oder besuchen Eltern und Angehörige nach Absprache zu Hause. Weiterhin finden regelmäßige Elternabende oder Gruppensprechtage statt.

Elternvertreter, die alle 2 Jahre bzw. bei Ausscheiden eines Elternvertreters neu gewählt werden, vertreten die Belange der Eltern und unterstützen die Arbeit der Mitarbeiter, z.B.: bei Sommerfesten, Weihnachtsbasar etc. Unsere Eltern können sich regelmäßig bei einem Elternstammtisch austauschen.

Kilians Weg zum eigenen Spiel

Unser Sohn Kilian kam mit einer Stirn zur Welt, die die Form eines Keils hatte und nicht so halbrunde wie die bei normalen Menschen. Zudem stellten sich ziemlich schnell noch Entwicklungsverzögerungen im Bereich der Motorik und des Spiels heraus, so dass schnell klar war, dass Kilian eine Operation seiner Stirn und anschließende Förderung durch die Krankengymnastik brauchte.

Mit Beginn seines 1. Geburtstages ging Kilian in eine Regelkrippe und erhielt zwei Mal die Woche Frühförderung vom ZEUS aus. Diese Förderung erhielt er die gesamten zwei Jahre während seiner Krippenzeit. Obwohl diese Förderung viele Entwicklungsschritte bei Kilian anbahnte und wir sowie die Erzieherinnen seiner Gruppe versuchten, diese zu intensivieren, blieb Kilian in seiner Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern zurück. Gerade beim Spielen fiel es nach wie vor gravierend auf, dass er immer noch sehr auf mich bezogen war, und er sich nur vereinzelt wenige Minuten in meiner Nähe allein beschäftigen konnte.

Durch einen bevorstehenden Wechsel der Heilpädagogin und Kilians Ende der Krippenzeit stand die Frage im Raum wie er weiterhin bestmöglich gefördert und gefordert werden konnte. Reicht ein Neubeginn mit einer anderen Heilpädagogin im vertrauten Kindergarten oder sollten wir uns an den heilpädagogischen Kindergarten wenden, wie es uns die bisherige Heilpädagogin anrät?

Um diese Frage gut beantworten zu können, vereinbarten wir einen Hospitationstermin in der Rappelkiste und lernten Frau Heckel zusammen mit ihren Kindern der Gruppe Villa Kunterbunt kennen. Wir sahen wie die Kinder selbst ihre Brötchen aus Teig herstellten, um sie dann zum Frühstück zu essen. Wir hörten von den hausinternen Therapiemöglichkeiten (Ergo, Logo), dem Reiten, dem Schwimmen, der Psychomotorik, der Zusammenarbeit mit der Musikschule und dem VfL. Nach dem Besuch war für uns klar, dass die Rappelkiste eine gute Alternative zum bisherigen Kindergarten war, da wir gesehen hatten, mit wie viel Engagement die Erzieherinnen arbeiteten mit „ihren“ Kindern sprachen, spielten und Streitigkeiten klärten.

Der ausschlaggebende Punkt, Kilian in der Rappelkiste anzumelden, war für uns letztlich die ehrliche Aussage der Krippenerzieherinnen. Sie können in einer Regelgruppe Kilian nicht so fördern wie das ihre Kolleginnen in der Rappelkiste aufgrund der kleineren Gruppen und des höheren Personalschlüssels möglich ist.

So kam unser mittlerweile 3 Jahre alter Sohn in die Gruppe Villa Kunterbunt der Rappelkiste. Er fühlte sich dort schnell wohl und er nahm nach einer gewissen Eingewöhnungszeit die vielen Möglichkeiten der Beschäftigung auf. Durch die Heilpädagogin in der Gruppe wurde schnell ein Förderplan erstellt, so dass Kilian vorallem in der Motorik viele Angebote wie das Schwimmen und Reiten aber auch die Psychomotorik wöchentlich erhielt. Im zweiten Kindergartenjahr kam dann noch die Musikalische Früherziehung sowie die Ergotherapie hinzu und zuletzt die Logopädie, so dass Kilian mit dem Reiten pausieren musste, um einfach auch noch Zeit für das Spielen und seine Freunde zu haben. Kilian ging gern zu seinen festen Therapieangeboten und er empfand sie als normales Angebot, so wie andere Kinder es empfinden, wenn sie zum freien Malen oder in die Sportgruppe in ihrem Kindergarten gehen.

Aber nicht nur die Therapien halfen Kilian auf seinem Weg. Besonders das konstante Gruppenteam mit all seinen Talenten half ihm mit einer Vielfalt an pädagogischen Angeboten wie das gemeinsame Singen, Essen und Spielen oder auch das Malen, Ausmalen, mit Verbrauchsmaterialien gestalten, sich auszuprobieren und neue Neigungen sowie Stärken herauszufinden. Außerdem fanden Ausstellungen und Feste statt, wo die Erzieherinnen zusammen mit den Kindern zeigten, was sie alles geübt  und gestaltet hatten. Der jährliche Laternengang und das Verkleiden bei Fasching durfte natürlich nicht fehlen, diese Feste musste Kilian in vollen Zügen mitnehmen und erleben. Und letztlich hatten die Erzieherinnen immer ein offenes Ohr für uns, wenn wir uns um Kilian mal wieder sorgten. Die jährlichen Entwicklungsgespräche zeigten uns als Eltern doch immer wieder, dass er seinen Weg in seinem Tempo geht und er Fortschritte machte.

Kilian lernte in den letzten drei Jahren schrittweise, sich alleine oder auch mit einem Freund sich zu beschäftigen. Heute sieht er sich Bücher an, hört CD’s, buddelt mit seinem Freund im Sandkasten, spielt Rollenspiele oder tobt nach Herzenslust in der Sporthalle.  Zuhause erleben wir seine Fortschritte, indem er mittlerweile versucht mit Bausteinen zu bauen, mit Autos zu spielen, Bücher sich anzugucken oder vereinzelt ein Bild zu malen. Davon haben wir vor 3 Jahren noch geträumt.

In wenigen Wochen ist unser Kleiner kein Kleiner mehr. Dann ist er „endlich“ ein großes Schulkind. Und das dank der vielfältigen Hilfe des Kindergartens „Rappelkiste!!!

Wir sagen ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die unseren Kilian begleitet, gefördert und gefordert haben, die ihm das Gefühl vermittelten, ein toller Junge zu sein, der es schaffen wird. Und uns Eltern als Ratgeber immer zur Seite standen. Danke dafür. Macht weiter so. Es gibt viele Kinder, die so tolle Erzieherinnen brauchen!

Grit Pachaly

Elterninterviews